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Heavy Metal

Hier der offizielle Nachbericht des 13. W:O:A 2002


13. Wacken Open Air

Foto in groß gibts hier



Our Mecca is called Wacken - Im Zeichen des Ochsen
Auch in diesem Jahr fand wieder wie zur gewohnten Zeit Anfang August das immer lang ersehnte Wacken Open Air statt.
Was vor 13 Jahren auf ein paar Kuhwagen mit einer Hand voll Bands, einem kleinen Haufen rocksüchtigen Metalheads und einer Koppel anfing, ist jetzt zu einem internationalen Kultfestival geworden. In diesem Jahr kam sogar zum ersten Mal die Meldung dazu, daß die Karten AUSVERKAUFT sind!!! In den Vorverkaufsstellen fand man nur noch die WOA-Plakate mit der Aufschrift "Sold out". Mit dieser Meldung wuchs die Nervosität bei denen, die noch keine Karte hatten und doch auf jeden Fall bei diesem Event dabei sein mussten. Denn wo hat man schon als Metalhead die Gelegenheit dazu bei einer einzigartig friedlichen Atmosphäre sein kaltes Bier mit vielen Gleichgesinnten unter dröhnender Doublebase vermischt mit kreischenden Gitarrensounds zu geniessen?! Nicht oft!!


Als dann am Mittwoch um 12 Uhr endlich nach mehrfachen Check alle Sachen gepackt waren (das wichtigste: Jack D., Bier, Fleisch, WOA-Karte, Schlafsachen) konnten wir, es waren nur 4 von Gehtlosjetzt, schließlich Richtung Itzehoe starten.
Endlich in Wacken angekommen bot sich, obwohl man so früh losgefahren war, das von den letzten Jahren bekannte Bild: Die Hauptstraße war links und rechts voll mit schwarzen Leuten, Rucksäcke und Bierpaletten tragend, oder einfach nur im Gras sitzend. Selbst die Anwohner saßen mit ihren Campingstühlen im Vorgarten und betrachteten die Idylle.
Man fuhr die Straße längs und bekam von einigen Leuten, auf Grund der Lauten Musik im Wagen, den Metal-Gruß gezeigt. Spätestens jetzt kam wieder dieses jährliche Gefühl: Ja, wir sind wieder da!!


Der Grund dafür warum man so früh losfährt ist ganz klar: Bloß einen guten Platz auf dem Camping-Gelände bekommen. Man muß da direkt den Sound von den großen Bühen hören, damit man wenn man eine Band verpennen sollte, noch schnell zum Festival-Gelände rennen kann, um sie zu sehen. Ein anderer Grund ist aber der, daß man das Open Air einfach besser geniessen kann, wenn man den Anfahrtsstreß in den darauffolgenden Tagen nicht mitbekommt. Denn leider ist dieses Jahr so einiges am Eingang schief gelaufen. Ab Freitag Abend wurde kein Fahrzeug mehr auf dem Platz gelassen, was doch sehr zum Übel eines jahrelangen WOA-Festivalbesuchers war und für reichlich Kritik sorgte. Und das obwohl man schon teilweise die hohe Parkplatz- und Campinggebühr von 20 € bezahlt hatte. Es hatte am Donnerstag einen starken Regenschauer gegeben und der Platz war einfach zu schlammig. Was man jedoch unbedingt dazu sagen muß ist, daß das Open Air, wie teilweise in den Medien rüberkam, nicht im Schlamm versunken ist!! Bis auf diesen Schauer hatten wir fast immer sonniges Wetter mit bis zu 30 Grad im Schatten. Somit war der Schlamm auch wieder schnell getrocknet. Auf dem Festival-Gelände hatten die Veranstallter auf den stark schlammigen Stellen reichlich Stroh verteilt und man hat vom Matsch nichts mehr gesehen.


Man kann sagen, daß die Abende am Freitag und Samstag am schönsten waren. Es spielen zwar auch am Tag reichlich Bands, jedoch ist die Stimmung rundherum dann einfach besser. Und mal ehrlich, eine schwarz-weiß geschminkte Death/Black-Metalband zieht einfach nicht am helligen Tag.
Freitag Abend stand man dann zum Beispiel bei Children of Bodom vorne in der Menge und spürte die Stimmung am ganzen Körper. Mit dem Motto "Bang your Head" und starkem Gerangel ging es bei den harten Beats voll zur Sache. Langsam und allmähnlich bekam man das Gefühl das einem dies noch nicht reichte und man der Band noch näher kommen wollte. Man wußte zwar, daß es nur für einen kurzen Augenblick sein würde, aber das Ziel wäre erreicht. Der Blutdruck stieg, das Herz fing an zu pochen, das nächste Lied fing an......jetzt ist es soweit!! Man fragt den Kollegen vor sich, ob er einem hoch helfen könne; sein Kommentar: "Klar man!!", und dann ging es via Stage Diving nach ganz vorne. Die freundlichen Ordner ziehen dich aus der Menge und man ist da: Vor sich die Band, die Gefühle schießen euphorisch in die Höhe, man spring mit gezeigtem Metal-Fingern Richtung Bühne und nachdem der Sänger dich sah und zurück grüßte, musste man wieder raus. Was jetzt?? Naja, alles nochmal von vorne!!


Um nicht alle Bands hier zu benennen sind im Vorbericht nochmal alle aufgelistet!!


Das Richtige Festival Feeling kommt aber neben den Bühnenshows nur auf dem Campinggelände zu stande. Hier trifft man die Leute, die man eigentlich nur einmal im Jahr trifft und die einem doch schon so vertraut sind. Hier sitzt man gemühtlich bei Grillfleisch und Bier bzw. Schnaps in der Runde und genießt das Umfeld. Aus dem Auto kommt dann Musik von den Bands, die man dieses Jahr leider nicht in Wacken sehen kann (Iced Earth, Slayer, ACDC, Stratovarius,...), aber auch von Bands, dessen Texte man noch schnell auffrischen muß (Torfrock, Blind Guardian, J.B.O.,...). Man ist dann teilweise so besoffen, daß man dem mitgebrachten Fahrrad den Namen "Fridolin", dem Grill mit roten Beinen den Namen "Dietmar" oder dem selbstgebauten und schwarzlackierten Wacken Tresen den Namen "Guido" verpasst. Aber das soll dann auch so!!
Beim Rundgang über den Platz lernt man zudem auch Leute aus ganz Europa und sogar von noch weiter weg kennen. Wenn diese dann von ihrem Anreiseweg erzählen, kann man echt froh sein das man nur knapp 1 1/2 Stunden im Auto gesessen hat.


Wer jedoch zu so einem Festival fährt, dem muß auch klar sein, daß es hier kein Kindergarten ist. Auch wenn sich die Veranstalter jedes Jahr bemühen die sanitären Anlagen zu verbessern, so kommt es immer zu langen Wartezeiten vor Toiletten und Duschen, was besonders für Frauen hart ist. Es gibt jedoch auch die gute alte andere Möglichkeit: Das Maisfeld!! Die einen können damit um, die anderen nicht. Aber irgendwas ist ja immer. Oft hört man auch den Satz: "Waschen ist kein Heavy Metal!!" Naja.


Zum Schluß ist nur noch eins zu sagen:
Wir können froh sein, daß es so ein Festival gibt, ein Ereignis was nicht durch Medien hochgespielt wird, da es nicht jedermans Sache ist, wo Menschlichkeit, Toleranz und Gegenseitigkeit jedem Neuling auffallen und man auch mal völlig verdreckt aus der Reihe fallen kann! Ich hoffe es bleibt so und wird in den nächsten Jahren nicht wegen Überfüllung langsam sterben!
Danke!


Bilder W:O:A 2002


Bericht by Gehtlosjetzt.de (Tolo)
Fotos: Metaltix.com und Gehtlosjetzt.de (Copyright (C) 2002 by )