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Auch in diesem
Jahr fand wieder wie zur gewohnten Zeit Anfang August
das immer lang ersehnte Wacken Open Air statt.
Was vor 13 Jahren auf ein paar Kuhwagen mit einer
Hand voll Bands, einem kleinen Haufen rocksüchtigen
Metalheads und einer Koppel anfing, ist jetzt zu
einem internationalen Kultfestival geworden. In
diesem Jahr kam sogar zum ersten Mal die Meldung
dazu, daß die Karten AUSVERKAUFT sind!!! In
den Vorverkaufsstellen fand man nur noch die WOA-Plakate
mit der Aufschrift "Sold out". Mit dieser
Meldung wuchs die Nervosität bei denen, die
noch keine Karte hatten und doch auf jeden Fall
bei diesem Event dabei sein mussten. Denn wo hat
man schon als Metalhead die Gelegenheit dazu bei
einer einzigartig friedlichen Atmosphäre sein
kaltes Bier mit vielen Gleichgesinnten unter dröhnender
Doublebase vermischt mit kreischenden Gitarrensounds
zu geniessen?! Nicht oft!!
Als dann am Mittwoch um 12 Uhr endlich nach mehrfachen
Check alle Sachen gepackt waren (das wichtigste:
Jack D., Bier, Fleisch, WOA-Karte, Schlafsachen)
konnten wir, es waren nur 4 von Gehtlosjetzt, schließlich
Richtung Itzehoe starten.
Endlich in Wacken angekommen bot sich, obwohl man
so früh losgefahren war, das von den letzten
Jahren bekannte Bild: Die Hauptstraße war
links und rechts voll mit schwarzen Leuten, Rucksäcke
und Bierpaletten tragend, oder einfach nur im Gras
sitzend. Selbst die Anwohner saßen mit ihren
Campingstühlen im Vorgarten und betrachteten
die Idylle.
Man fuhr die Straße längs und bekam von
einigen Leuten, auf Grund der Lauten Musik im Wagen,
den Metal-Gruß gezeigt. Spätestens jetzt
kam wieder dieses jährliche Gefühl: Ja,
wir sind wieder da!!
Der Grund dafür warum man so früh losfährt
ist ganz klar: Bloß einen guten Platz auf
dem Camping-Gelände bekommen. Man muß
da direkt den Sound von den großen Bühen
hören, damit man wenn man eine Band verpennen
sollte, noch schnell zum Festival-Gelände rennen
kann, um sie zu sehen. Ein anderer Grund ist aber
der, daß man das Open Air einfach besser geniessen
kann, wenn man den Anfahrtsstreß in den darauffolgenden
Tagen nicht mitbekommt. Denn leider ist dieses Jahr
so einiges am Eingang schief gelaufen. Ab Freitag
Abend wurde kein Fahrzeug mehr auf dem Platz gelassen,
was doch sehr zum Übel eines jahrelangen WOA-Festivalbesuchers
war und für reichlich Kritik sorgte. Und das
obwohl man schon teilweise die hohe Parkplatz- und
Campinggebühr von 20 € bezahlt hatte.
Es hatte am Donnerstag einen starken Regenschauer
gegeben und der Platz war einfach zu schlammig.
Was man jedoch unbedingt dazu sagen muß ist,
daß das Open Air, wie teilweise in den Medien
rüberkam, nicht im Schlamm versunken ist!!
Bis auf diesen Schauer hatten wir fast immer sonniges
Wetter mit bis zu 30 Grad im Schatten. Somit war
der Schlamm auch wieder schnell getrocknet. Auf
dem Festival-Gelände hatten die Veranstallter
auf den stark schlammigen Stellen reichlich Stroh
verteilt und man hat vom Matsch nichts mehr gesehen.
Man kann sagen, daß die Abende am Freitag
und Samstag am schönsten waren. Es spielen
zwar auch am Tag reichlich Bands, jedoch ist die
Stimmung rundherum dann einfach besser. Und mal
ehrlich, eine schwarz-weiß geschminkte Death/Black-Metalband
zieht einfach nicht am helligen Tag.
Freitag Abend stand man dann zum Beispiel bei Children
of Bodom vorne in der Menge und spürte die
Stimmung am ganzen Körper. Mit dem Motto "Bang
your Head" und starkem Gerangel ging es bei
den harten Beats voll zur Sache. Langsam und allmähnlich
bekam man das Gefühl das einem dies noch nicht
reichte und man der Band noch näher kommen
wollte. Man wußte zwar, daß es nur für
einen kurzen Augenblick sein würde, aber das
Ziel wäre erreicht. Der Blutdruck stieg, das
Herz fing an zu pochen, das nächste Lied fing
an......jetzt ist es soweit!! Man fragt den Kollegen
vor sich, ob er einem hoch helfen könne; sein
Kommentar: "Klar man!!", und dann ging
es via Stage Diving nach ganz vorne. Die freundlichen
Ordner ziehen dich aus der Menge und man ist da:
Vor sich die Band, die Gefühle schießen
euphorisch in die Höhe, man spring mit gezeigtem
Metal-Fingern Richtung Bühne und nachdem der
Sänger dich sah und zurück grüßte,
musste man wieder raus. Was jetzt?? Naja, alles
nochmal von vorne!!
Um nicht alle Bands hier zu benennen sind im Vorbericht
nochmal alle aufgelistet!!
Das Richtige Festival Feeling kommt aber neben den
Bühnenshows nur auf dem Campinggelände
zu stande. Hier trifft man die Leute, die man eigentlich
nur einmal im Jahr trifft und die einem doch schon
so vertraut sind. Hier sitzt man gemühtlich
bei Grillfleisch und Bier bzw. Schnaps in der Runde
und genießt das Umfeld. Aus dem Auto kommt
dann Musik von den Bands, die man dieses Jahr leider
nicht in Wacken sehen kann (Iced Earth, Slayer,
ACDC, Stratovarius,...), aber auch von Bands, dessen
Texte man noch schnell auffrischen muß (Torfrock,
Blind Guardian, J.B.O.,...). Man ist dann teilweise
so besoffen, daß man dem mitgebrachten Fahrrad
den Namen "Fridolin", dem Grill mit roten
Beinen den Namen "Dietmar" oder dem selbstgebauten
und schwarzlackierten Wacken Tresen den Namen "Guido"
verpasst. Aber das soll dann auch so!!
Beim Rundgang über den Platz lernt man zudem
auch Leute aus ganz Europa und sogar von noch weiter
weg kennen. Wenn diese dann von ihrem Anreiseweg
erzählen, kann man echt froh sein das man nur
knapp 1 1/2 Stunden im Auto gesessen hat.
Wer jedoch zu so einem Festival fährt, dem
muß auch klar sein, daß es hier kein
Kindergarten ist. Auch wenn sich die Veranstalter
jedes Jahr bemühen die sanitären Anlagen
zu verbessern, so kommt es immer zu langen Wartezeiten
vor Toiletten und Duschen, was besonders für
Frauen hart ist. Es gibt jedoch auch die gute alte
andere Möglichkeit: Das Maisfeld!! Die einen
können damit um, die anderen nicht. Aber irgendwas
ist ja immer. Oft hört man auch den Satz: "Waschen
ist kein Heavy Metal!!" Naja.
Zum Schluß ist nur noch eins zu sagen:
Wir können froh sein, daß es so ein Festival
gibt, ein Ereignis was nicht durch Medien hochgespielt
wird, da es nicht jedermans Sache ist, wo Menschlichkeit,
Toleranz und Gegenseitigkeit jedem Neuling auffallen
und man auch mal völlig verdreckt aus der Reihe
fallen kann! Ich hoffe es bleibt so und wird in
den nächsten Jahren nicht wegen Überfüllung
langsam sterben!
Danke!
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