|
|
Es
war wieder soweit. Das Ziel tausender Metalfans führte
mal wieder aus allen Himmelsrichtungen in ein kleines
Dorf im gemütlichen Schleswig Holstein. Ein Ort der
durch seine Metalfangemeinde weltbekannt wurde: WACKEN!!!
Doch in diesem Jahr gab es was besonderes zu feiern. Das
Wacken Open Air wird 15 Jahre
alt und blickt somit auf eine einzigartige Entwicklungsgeschichte
zurück. Das kleine Koppelfest von damals kann sich
heute mit Stolz bestes Heavy Metal Open Air nennen und
es mit der gesamten Konkurrenz aufnehmen.
Für die Leute die mindestens schon zum 5.ten mal
in Wacken waren fällt schnell eine Sache auf: Die
meisten Bands hat man schon gesehen und die Bandauswahl
rückt bei der Entscheidung nach Wacken zu fahren
immer mehr in den Hintergrund. Es sind andere Sachen die
immer wichtiger werden, z.B. das Umfeld an sich. Man ist
mit über 40.000 Leuten
vor Ort und zu einem hohen prozentualen Anteil genauso
bekloppt wie der Rest. Wer hier auffallen will muss entweder
mit rosa Plüsch oder total "bekackt" (Sorry)
rumlaufen. Die gleichen Interessen und friedlichen Einstellungen
treffen hier aufeinander und Norweger, Schweden, Italiener,
Spanier und Franzosen kommunizieren beim Bier mit der
gleichen Sprache. Man ist Stolz etwas zu dieser familiären
Stimmung beitragen zu können und trifft Jahr für
Jahr dieselben Leute. Selbst beim fremden Camp hört
man nach der "Vorstellungsrunde" schnell den
Satz: "Setz dich! Willst du ein Bier?" TOP!!!!
So soll das....
Einmalig sind auch die Wackener
Einwohner. Sie stehen voll und ganz hinter der
Sache und helfen wo sie nur können. Sie haben die
Metaller über die Jahre richtig kennengelernt und
von schlechten Vorurteilen keine Spur. Wo sonst die Mutter
zur Tochter sagt:" Guck mal mein Kind, genau das
sind die Leute mit denen du dich nicht abgeben sollst"
ist es dem 4-jährigen Kind in Wacken erlaubt mit
einem fetten Wasserschlauch die schwarzen Leute nass zu
machen (kam bei 30 Grad im Schatten
echt gut) Danke!
Von Regen gab es absolut keine Spur. Sonne
und blauer Himmel von morgens bis abends jeden
Tag. So was ist zwar sehr schön, kann aber auch sehr
an den Kräften zerren. Aber besser so als anderes
rum. Hier nur ein Kritikpunkt: Bei diesen Hitzeverhältnissen
für eine Selter 2,50 EUR??? Das hätte nicht
sein müssen. Normales Trinkwasser für 50 Cent
zur schnellen Durstlöschung wäre allerbest.
Neu in Wacken waren einmal die Jim Beam Karaoke Bühne,
mann gab das da lustige Gesangseinlagen, und der LKW mit
Schließfächern.
Super gut waren in diesem Jahr die Sanitären Anlagen!
Pluspunkt dafür. Leider war dafür die Wasserversorgung
auf den Campgrounds ein wenig schlechter als sonst. Minuspunkt
hierfür.
Zum Donnerstag:
Headliner für viele "Donnerstag-Fans" war
wohl die meist umstrittenste Band des gesamten Open Airs:
Die Böhsen Onkelz. Es
gab aufgrund vieler Vorurteile und Befürchtungen
(auf die Fangemeinde bezogen) so manche Bedenken was die
typische Wacken-Atmosphäre betrifft. Doch man kann
sagen das sich in dieser Hinsicht nichts bestätigt
hat.
Der letzte Open Air Auftritt der Onkelz konnte also starten.
Das Festivalgelände platzte aus allen Nähten.
Selten hat man es in Wacken erlebt, dass so viele Leute
gemeinsam einen Song gesungen haben. Liegt vielleicht
mit an den deutschen Texten die fast jeder kennt.
Nicht vergessen sollte man an diesem Abend die britischen
Rocker Motörhead mit
Lemmy, Phil und Mikkey. Schöner Sound, der sich fast
in keine Kategorie einordnen lässt. Vorgestellt wurde
unter anderem das aktuelle Album "Inferno",
sowie viele Klassiker wie z.B. "Overkill" und
"Iron Fist".
Zum Freitag:
Die Wahl des Headliners für diesen oder einen anderen
Tag ist nun mal Ansichtssache, von daher wird hier jetzt
keiner erwähnt (AMON AMARTH!!!!!......ups)
Ab Freitag war das Programm so gut organisiert, dass nun
wirklich für jeden was dabei war und zwar fast Rund
um die Uhr. Drumshow mit Mike Terrana,
Devil Woman Shows, Kampftrinken mit Onkel
Tom und natürlich das normale Bühnenprogramm
der Black- True Metal- und Party Stage. Doch was war das???
Wer in der Zeit zwischen 13:15 Uhr und 14:30 Uhr über
das Festivalgelände wanderte, wurde Zeuge von aufdringlich
nervigen
und einfach nur schlechten Songansagen. Weinhold ist somit
mehr als nur aufgefallen. Hmmm, na gut! Aber die Musik
war klasse.
Timo Kotipelto hat gezeigt,
dass er auch ohne Stratovarius richtig rocken kann und
man hat ihm angesehen, dass er sich freute, so viele Menschen
vor der Bühne zu sehen. Ein Beweis dafür, dass
sie wegen ihm da waren. Doch musste er sich daran gewöhnen,
dass er nicht wie im letzten Jahr auf der großen
True Metal Stage spielen durfte, sondern nur auf der Party
Stage. Aller Anfang ist schwer....
Natürlich war er da um sein neues Album Coldness
vorzustellen, aber er hat es sich nicht nehmen lassen
den Stratovarius - Song "S.O.S" zu spielen.
Als Revanche für den Pyro-Unfall vor zwei Jahren
in Wacken, wie er selber sagte. Auch beim Anschließenden
Meet & Greet war er ganz entspannt und hatte für
jeden ein Lächeln übrig.
Schocker des Tages waren wie erwartet Mayhem.
Die Bühne wurde mit echten Schweineköpfen geschmückt,
welche bei dem einen oder anderen Song neben viel Schminke
und Blut sehr zur Geltung kamen. Knüppelmetal vom
feinsten!
Zum Samstag:
An diesem Tag forderte die Hitze und der lange Partyvorabend
erste Tribute. Sorry, aber der Bericht zu diesem Tag hat
bis zum späten Nachmittag einige "dunkle Flecken".
MIST!!! Death Angel, Anthrax und
Cannibal Corpse sorgten für gigantische Stimmungen.
Leichte Soundprobleme gab es leider bei Hypocrisy,
zum Glück nur am Anfang. Peter Tägtgren und
Band fühlten sich mal wieder sichtlich wohl in Wacken
und stellten ganz verstärkt ihr neuestes Album "The
Arrival" vor. Eröffnungssong war, wie könnte
er auch besser sein, "Fractured Millennium".
Wie auch schon zu Peter persönlich gesagt: "Thank
you for the Show" ;-)
Dank dem Wetter gab es keine bessere Möglichkeit
eine Live-DVD aufzunehmen. Gesagt getan dachten sich die
Jungs von Helloween, die
schon im Vorfeld mit ihrem "Special Surprise Guest"
für Vorfreude sorgten. Kurz nachgedacht......wer
könnte es wohl besseres sein als.....Kai
Hansen?!? Und er war es!! Einmalige Gitarreneinlagen
und eine fette Bühnenshow lassen den Livemitschnitt
um so interessanter werden. Hoffentlich kommt er bald
in die Läden!
Grave Digger haben gezeigt,
dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören
und das Publikum noch richtig in Ihren Bann ziehen können.
Bei Songs wie "Rebellion" und "Heavy Metal
Breakdown" feierte dann auch der letzte richtig mit
und die Menge gab einfach alles. Danke noch mal an den
Mann mit dem Wasserschlauch, dass er nachher doch noch
festgestellt hat, dass links vor der Bühne auch noch
Fans standen. ;o)
Aber eine Band muss wie, jedes Jahr mit ihrem Auftritt,
völlig aus der Reihe fallen: Knorkator!
Im gelben Strampelanzug und hochgebundenem "Schw..."
betrat der Sänger die Bühne und hampelte was
das Zeug hielt. Also voll normal knorke....
Den letzten Auftritt in diesem Jahr hatte die Gruppe J.B.O.!
Ein Hoch auf den wahren Blödsinn!! Die "Rosa-Metaller"
holten mit ihren Spaßsongs die letzten Kraftreserven
der Fans raus und ließen selbst den schon im Zelt
schlafenden Wackener das ein oder andere Lied mitsingen.
Fazit 2004:
Wacken, auf die nächsten 15 Jahre!! Bleib so wie
du bist, und damit ist jetzt nicht nur das Festival an
sich gemeint, sondern ganz besonders die Fans, die sich
gegenseitig jedes Jahr so freundlich empfangen und mit
ihrer Einstellung für die einmalig familiäre
und friedliche Stimmung sorgen. Darauf können wir
stolz sein!!
Bis nächstes Jahr...
See you Metalheadz
MfG Tolo
Lob, Kritik oder Heiratsanträge entweder im
Forum hier loswerden
oder per Mail: info@gehtlosjetzt.de
Bericht by Gehtlosjetzt.de
(Tolo) Thanks auch an Nanny ;-)
Fotos: Gehtlosjetzt.de
(Copyright (C) 2004 by )
Fotos Album 3: Metaltix.de
|